11. Schleppertreffen 2018 in Schmiechen

Großer Publikumserfolg: 11. Schleppertreffen 2018 in Schmiechen

    Text und Fotos von Horst Köhler, Friedberg     Vom 14.-16. September 2018 fand nach dreijähriger Pause zum elften Mal das mittlerweile überregional bekannte Schleppertreffen der Schlepperfreunde Schmiechen e.V. statt. Das geruhsame oberbayerische Schmiechen ist etwa 30 Autominuten südlich von Augsburg entfernt. Der dortige Verein wird im kommenden Jahr sein 30-jähriges Bestehen begehen und hat inzwischen 355 Mitglieder, darunter eine aktive Jugendabteilung, die dieses Jahr stolz einen selbst restaurierten historischen Bulldog präsentierte. Auf dem Vereinsgelände stehen zwei geräumige Hallen für Veranstaltungen aller Art. Auch ein Achtzylinder-MAN-Stromaggregat mit einer Leistung von 247 PS, Baujahr 1966, eine Spende des Augsburger Unternehmens NCR, findet man dort als ständiges Exponat. Die Präsentation dieses Generator-Sets ist allerdings noch verbesserungswürdig.  
 Großes Zusammengehörigkeitsgefühl durch Vereins-T-Shirts, die auf dem Rücken auf die diesjährige Veranstaltung hinweisen.

  Besucht man die Schmiechener Schleppertage, überrascht immer wieder der große Einsatz der Vereinsmitglieder; diesmal waren etwa 300 im ehrenamtlichen Einsatz, z.B. als Kassierer, Aufsichtspersonal, Ansprechpartner, Kommentatoren und Verkäufer. Die vielen anwesenden Mitglieder trugen als Zeichen ihrer Vereinsverbundenheit eigens angeschaffte T-Shirts (Bild 1). Die Frauen und Partnerinnen der Mitglieder haben 200 Kuchen und Torten gebacken, Kaffee gekocht und in einem eigenen Partyzelt angeboten. Darüber hinaus war für Verpflegung und kalte Getränke auch diesmal wieder reichlich gesorgt, ebenso für die musikalische Unterhaltung durch eine Blaskapelle. Am Sonntagvormittag bestand für Aussteller und Besucher Gelegenheit, an einem Gottesdienst in einer der beiden Hallen teilzunehmen. Ziel der Großveranstaltung ist es ja auch, dörfliches Kulturgut zu pflegen. Da hilft gerne das ganze Dorf mit und die Landwirte stellen ihre an das Vereinsgelände angrenzenden Äcker als Ausstellungsflächen, Parkplätze und als Aussteller-Campingplatz zur Verfügung.  
Die Eigenbau-Feldbahn mit einem 10-PS-Deutz-Einzylinder-Dieselmotor fuhr Kinder
und die sie begleitenden Erwachsenen durch das Ausstellungsgelände. 
Hier der Ein- und Aussteigepunkt in der kleineren Vereinshalle.

  Unter den insgesamt etwa 1.000 Besuchern der Gesamtveranstaltung waren auffällig viele Kinder zu sehen, für die die Veranstalter einiges geboten hatten: Luftballon-Wettbewerb, Tretbulldog-Parcours, Kettcar-Bahn, Vorführung ferngesteuerter Miniatur-Baufahrzeuge und -Schlepper durch Mitglieder eines Augsburger Modellbauvereins, Mitfahrmöglichkeit mit einer auf Schienen durch das gesamte Gelände fahrenden Feldbahn (Bild 2) usw.  
In Reih‘ und Glied stehen hier die Traktoren.
Links ein Ursus-Schlepper, daneben verschiedene Lanz-Traktoren unterschiedlicher Baujahre.
Reges Kommen und Gehen auf dem Schmiechener Veranstaltungsgelände.
 
    Das Hauptaugenmerk lag freilich auf der großen Schlepperausstellung (Bilder 3 und 4). Bereits bis Samstagnachmittag zählte der Veranstalter rund 430 Schlepper von Herstellern wie z.B. Fendt, Schlüter, Deutz, MAN, Lanz und Hanomag. Etliche von ihnen hatten eine mehrstündige, in Einzelfällen sogar zweitägige Anfahrt hinter sich. Eine genaue Zahl der in Reih‘ und Glied ausgestellten Traktoren war nicht zu ermitteln, weil es ein ständiges Kommen und Gehen der Fahrzeuge gab: die Straßen rund um die kleine Gemeinde Schmiechen waren in der Tat voll in „Treckerhand“. Die ältesten Schlepper, die ich bei meinem mehrstündigen Besuch am Samstag fand, stammten aus den Jahren 1936 und 1937, die „neueren“ aus den 60er- bis 80-er Jahren. Einige Schlepper standen auch zum Verkauf.  
 
Dieser 25-PS-Unimog, Baujahr 1952, ein Import aus der Schweiz, 
zog den Bremswagen 70 m weit und damit fast über das Ziel hinaus. 
Das angehängte Gewicht entsprach etwa 2,8 Tonnen.

Eine große Attraktion und deshalb stets von Besuchern umlagert war das Oldtimer-Traktor-Pulling auf einer 75 m langen Schleppbahn (Bild 5). Eingeteilt in fünf Bewertungsklassen zwischen 15 und 80 PS Motorleistung musste ein angehängter Bremswagen über eine möglichst weite Distanz gezogen werden.   Klassische Stationärmotoren waren praktisch nicht zu sehen. Eine der wenigen Ausnahmen war, wie schon beim 10. Schleppertreffen im Jahr 2015, der mittlerweile deutschlandweit bekannte, in Schmiechen mehrmals täglich gestartete liegende Dieselmotor LKD 300 der Firma Anton Schlüter aus München, Baujahr 1929. Von diesem Motor mit 30 cm Bohrung und 60 cm Hub wurden insgesamt nur 19 Stück hergestellt, von denen drei innerhalb Deutschlands ausgeliefert wurden. Der auf einem großen Hänger montierte Dieselmotor ist der einzige noch laufende Motor dieses Typs in Deutschland. Sein Nettogewicht ist 8,83 t, das Gesamtgewicht des Hängers mitsamt aufgebautem Motor und mit Anlass-Luftflaschen, Kompressor, Werkzeug und weiterem Zubehör beträgt 18,5 t.   Mit einem guten Gefühl fuhr ich am frühen Samstagabend wieder ins nahe Friedberg zurück. Den Stimmungsabend mit einer Party-Band im großen Festzelt bekam ich schon nicht mehr mit.    

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Die Aufgaben

Die IGHM sieht ihre Aufgabe neben der Erhaltung, Restaurierung und Präsentation der historischen Stationärmotoren als technisches Kulturgut vor allem auch darin, anhand von Motoren, Arbeitsmaschinen, Literatur und Dokumentation Interessierte und Gleichgesinnte über die technikhistorische und kulturelle Bedeutung des oft so stiefmütterlich behandelten stationären Motors zu informieren.

Die Gründung

IGHM Infoblatt

Unsere Mitglieder bekommen 3-4 mal im Jahr unser Infoblatt mit Beiträgen über Technik, Firmenhistorie und Veranstaltungen mit Historischen Motoren, nebst Kleinanzeigen und Hilfe-Rubriken.

Am 12.April 2003 trafen sich 14 Sammler und Freunde Historischer Stationärmotoren im Frankenland. Themen waren neben dem besseren Kennenlernen ein Gedankenaustausch über vergangene und zukünftige Veranstaltungen auf denen Stationärmotoren präsentiert werden, Diskussionen darüber, ob es sinnvoll sein könnte, eine Fachzeitschrift herauszugeben und die Erstellung einer Liste mit dem umfangreichen Thema “Wer hat was, wer weiß was, wer macht was”.

Die Teilnehmer, aus ganz Deutschland angereist, fassten den Entschluss, zur Koordinierung ihrer Ideen, Wünsche und Pläne die Interessengemeinschaft Historische Motoren Deutschland, Kurz: “IGHM”, aus der Taufe zu heben.